Wieder am Steuer

Tathergang der Trunkenheitsfahrt bei der MPU schildern: Meine Tipps

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Es ist wieder einer dieser Sonntagabende in Neuhausen. Der Tee ist längst kalt, die U7 draußen Richtung Westfriedhof rattert in ihrem gleichmäßigen Takt vorbei, und ich sitze hier auf dem Küchenboden. Vor mir liegt mein Notizbuch und daneben diese eine, verdammt schwierige Seite im MPU-Arbeitsbuch. Ich soll den Tathergang beschreiben. Nicht so, wie ich ihn der Polizei erzählt habe, sondern so, wie er wirklich war. Und ehrlich gesagt? Ich habe diese Woche kläglich versagt.

Bevor ich dir erzähle, warum ich drei Stunden lang versucht habe, das Catering auf der Hochzeit für meine 1,4 Promille verantwortlich zu machen, ein kleiner Hinweis: In diesem Blog teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen. Ich bin keine Verkehrspsychologin, keine Gutachterin und keine Anwältin. Ich bin eine 36-jährige Office Managerin, die ihren Führerschein verloren hat und versucht, ihr Leben wieder geradezurücken. In diesem Text sind Affiliate-Links enthalten. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine Provision, aber für dich bleibt der Preis gleich. Ich empfehle hier nur Dinge, wie den MPU Masterplan Alkohol, den ich selbst nutze. Bitte sprich bei rechtlichen Fragen mit einem Anwalt und bei Alkoholthemen mit einer Suchtberatung – das hier ist mein Tagebuch, keine Therapie.

Warum die Wahrheit über die Tatnacht so wehtut

Letzten Mittwoch saß ich bei meiner Verkehrspsychologin und sie fragte mich ganz ruhig: "Frau S., erzählen Sie doch mal von dem Abend im Spätsommer 2025. Was haben Sie getrunken?" Ich fing an zu stottern. Ich erzählte von der Hitze, von dem wenigen Essen, von den zwei, vielleicht drei Gläsern Wein. Sie lächelte nur mitleidig. Das ist das Problem: Mit 1,4 Promille im Blut glaubt einem niemand die Geschichte von den "zwei Gläsern".

Ich habe diese Woche drei Stunden damit verbracht, eine Version der Geschichte aufzuschreiben, in der ich das schwere Essen und den Schlafmangel als Hauptgründe anführte. Ich wollte mich selbst schützen. Ich wollte nicht die Frau sein, die die Kontrolle verliert. Aber die Mathematik lügt nicht. Bei 1,4 Promille, was weit über der Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,1 liegt, hat man ordentlich getrunken. In Bayern landet man damit oft schneller bei der MPU, als man "Prost" sagen kann, selbst wenn man die 1,6er-Marke, die früher oft als Standard galt, nicht gerissen hat.

Nahaufnahme eines handschriftlichen Tagebuchs mit durchgestrichenen Sätzen auf Papier.

Der Moment, in dem der Stift über das Papier kratzte

Gestern Abend habe ich dann endlich das Modul zum Trennungsvermögen im MPU Masterplan aufgeschlagen. Da war diese eine Übung, bei der man die Trinkmengen realistisch zurückrechnen muss. Ich saß da, die Kaffeetasse mit dem Sprung in der Hand, und spürte diesen kalten Schweiß im Nacken. Es war der Moment, in dem ich gelesen habe, wie sehr sich der Körper über Jahre an hohe Alkoholmengen anpasst, ohne dass man es merkt. Man nennt das Giftfestigkeit. Ein Wort, das sich wie eine Beleidigung anfühlt, wenn man eigentlich denkt, man hätte alles im Griff.

Ich nahm meinen Kugelschreiber. Das kratzende Geräusch auf dem Papier war in der stillen Küche unerträglich laut. Ich strich die "zwei Gläser Wein" durch. Ich schrieb stattdessen: "Ich habe an diesem Abend mindestens fünf Gin Tonics getrunken. Vielleicht waren es sechs." Es tat weh, das schwarz auf weiß zu sehen. Aber in dem Moment verstand ich zum ersten Mal, was die Gutachter mit charakterlicher Eignung meinen. Es geht nicht darum, eine perfekte Heilige zu sein. Es geht darum, nicht mehr zu lügen.

Tipps für die Schilderung des Tathergangs

Wenn du gerade an demselben Punkt stehst wie ich – vielleicht auch in Woche 46 ohne Führerschein – dann sind hier meine bisherigen Erkenntnisse, die ich mühsam auf meinem Küchenboden zusammengesammelt habe:

Ich dachte früher immer, ich wäre als Office Managerin die Königin der Organisation. Aber wenn ich sehe, wie desorganisiert und verdrängend ich bei meinem eigenen Alkoholthema war, hätte ich mein altes Ich wahrscheinlich fristlos entlassen. Es ist eine harte Lektion in Demut.

Die Sache mit der Diagnose: Wenn "weniger" nicht reicht

Ein Punkt, der mich diese Woche besonders beschäftigt hat, ist der Unterschied zwischen Gewohnheiten und einer echten Abhängigkeit. In vielen Foren liest man von "kontrolliertem Trinken". Aber ich habe in meinem Workbook und in den Gesprächen gelernt: Wenn eine Abhängigkeitsdiagnose im Raum steht, gibt es kein Zurück zum gemütlichen Feierabendbier. Dann ist absolute Abstinenz der einzige Weg.

Das ist der Punkt, an dem viele scheitern, weil sie hoffen, sich irgendwie durchzumogeln. Aber die MPU prüft genau das: Habe ich verstanden, warum ich getrunken habe? War es eine Strategie, um den Stress in Neuhausen zu vergessen? Wenn ja, brauche ich neue Strategien, nicht nur weniger Alkohol. Es geht um eine therapeutische Aufarbeitung, nicht nur um eine Verhaltensänderung für ein paar Monate. Falls du dich fragst, welche Unterlagen du dafür brauchst, hilft oft ein Blick in die Materialien zur MPU Vorbereitung, um Struktur in das Chaos im Kopf zu bringen.

Eine Kaffeetasse am Fenster bei Dämmerung in einer Münchner Wohnung.

Fazit: Der ehrliche Blick in den Spiegel

Heute Abend fühle ich mich ein kleines bisschen leichter, obwohl mein Führerschein immer noch bei der Behörde liegt und ich morgen früh wieder mit der U-Bahn zur Arbeit fahren muss. Ich habe den Tathergang jetzt so aufgeschrieben, wie er war. Ohne das "Ja, aber...".

Der Gutachter möchte sehen, dass ich keine Gefahr mehr für die anderen Menschen auf der Straße bin. Und das kann ich nur beweisen, wenn ich mir selbst gegenüber ehrlich bin. Es ist ein langer Weg von der Hochzeit im Spätsommer 2025 bis hierher auf den Küchenboden im Juli 2026. Aber jede Zeile, die ich ohne Lüge in mein Workbook schreibe, fühlt sich an wie ein Schritt zurück zu mir selbst.

Wenn du auch gerade kämpfst: Setz dich hin. Mach dir einen Tee (vielleicht trinkst du ihn ja warm). Und fang an zu schreiben. Nicht das, was gut klingt, sondern das, was wahr ist. Wir schaffen das, Schritt für Schritt, auch ohne Auto.

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