Wieder am Steuer

MPU Reaktionstest Übungen und Ablauf: Wie ich die Nervosität besiege

Mein Zeigefinger klopft im Takt gegen die kalte Scheibe der U7, während der Bahnsteig Westfriedhof am Fenster vorbeizieht. Links, rechts, blauer Knopf, hoher Ton. Ich gehe die Reihenfolge im Kopf durch, obwohl ich gerade gar nicht am Steuer sitze. Genau dieses Klopfen ist gerade mein größtes Problem bei der Alkohol-MPU-Vorbereitung: nicht das Gespräch, sondern der Reaktionstest.

Kurz vorweg, weil es dazugehört: Dieser Text ist Teil meines Tagebuchs und enthält Affiliate-Links — kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für dich. Ich schreibe nur über Dinge, die ich selbst nutze, wie das Workbook weiter unten. Ich bin keine Verkehrspsychologin und keine Anwältin, das hier ist keine Rechtsberatung — bei rechtlichen Fragen hilft ein Fachanwalt, bei Alkoholthemen die Suchtberatung. Meine vollständige Offenlegung steht auf der Über-mich-Seite.

Bis vor Kurzem war für mich das MPU Vorbereitung psychologisches Gespräch die größte Hürde im Kopf. Inzwischen macht mir dieser Computer mit den bunten Knöpfen mehr Sorgen als jedes Gespräch mit der Verkehrspsychologin.

Der Ablauf hinter der Black Box

Am Gerät sitzt man vor dem sogenannten Wiener Testsystem, teils auch an vergleichbaren Geräten bei TÜV oder DEKRA. Reagiert wird gleichzeitig auf Farben, Töne und zwei Pedale, während die Aufgaben nach und nach schwerer werden. Bestehen muss man dabei nicht perfekt. Der Prozentrang 16 reicht, das heißt, 84 Prozent der Vergleichsgruppe dürfen theoretisch besser abschneiden als man selbst.

Markus, ein Bekannter aus einer MPU-Infoveranstaltung, hat mir den Ablauf einmal so nüchtern erklärt, dass ich danach zum ersten Mal beim Zuhören keine Panik bekommen habe. Bei Formularen macht er das genauso, ganz ohne Dramatik.

Das Trennungsvermögen wird übrigens in einem völlig anderen Gesprächsteil geprüft, nicht am Reaktionsgerät.

Notizen zur MPU-Reaktionstest-Vorbereitung auf dem Tisch, Nahaufnahme der Hände beim Durchgehen der Übungen

Muss ich stundenlang für den Reaktionstest üben?

Die übliche Empfehlung lautet, jeden Tag eine Stunde am Reaktionstrainer zu sitzen. Bei mir bewirkt das ziemlich genau das Gegenteil: Nach etwa zwanzig Minuten schaltet mein Kopf ab, die Konzentration bricht komplett weg, und ich tippe nur noch wild drauflos.

Besser funktionieren bei mir kurze, intensive Blöcke von zehn Minuten, danach bewusst Stille. Kopfhörer auf, Augen zu, nichts. Wer schnell überreizt ist, braucht keine Ausdauer, sondern Pausen, die genauso ernst genommen werden wie das Training selbst.

Warum eine App den MPU Masterplan nicht ersetzt

Ich habe mir vor einer Weile eine kostenlose MPU-Vorbereitungs-App aufs Handy geladen, in der festen Überzeugung, dass tägliches Fingertippen am Bildschirm schon reicht. Nach zwei Tagen habe ich sie wieder gelöscht. Die Reaktionszeiten auf einem Touchscreen haben mit echten Pedalen und echten Tasten am Gerät kaum etwas zu tun, und das ständige Gefühl, danebenzuliegen, hat meine Nervosität eher verstärkt als beruhigt.

Seitdem übe ich lieber mit dem MPU Masterplan Alkohol [Mein Workbook], weil das Modul zum Leistungstest die Logik dahinter erklärt, statt einfach nur Reaktionszeiten zu stoppen.

Aufgeschlagene Seite im MPU Masterplan Alkohol Workbook zum Leistungstest, Detailaufnahme der Übungsanleitung

Der Umgang mit der Panik mitten im Test

Wenn mitten im Test die Panik hochkommt, ist das genau das, das mir am meisten Sorgen gemacht hat. Mir wurde klar, dass der Test genau darauf ausgelegt ist, einen irgendwann zu überfordern. Das ist Absicht, kein Pech. Es zählt nicht Fehlerfreiheit, sondern wie man reagiert, wenn ein Ton verpasst wird: weitermachen statt aufgeben.

Verglichen mit der ehrlichen Trinkanamnese, die ich bei der Verkehrspsychologin offenlegen musste, wirkt ein verpasster Signalton am Gerät fast harmlos.

Der Abstinenznachweis über die Haaranalyse läuft ohnehin komplett getrennt von alldem — beim Reaktionstest zählen nur Tempo und Fehlerquote, sonst nichts.

Nervosität als Teil der Bewertung akzeptieren

Neulich rief die Begutachtungsstelle an, um einen Termin zu bestätigen, und ich bin einfach rangegangen. Kein Trockentraining vorher, keine Karteikarten in der Hand, nur ein ruhiges 'Ja, spreche ich.' Genau daran merke ich, dass sich etwas verschoben hat.

Meine Freundin Melanie fragt mich nie nach dem Alkohol selbst, sondern danach, was eigentlich dahintersteckt. Als ich ihr von dem Anruf erzählt habe, wollte sie genau das wissen: was sich in mir verändert hat, nicht wie viele Punkte ich beim Reaktionstest wohl schaffe.

Einen schlechten Tag halte ich in meinem Protokoll fest, aber ein Übungslauf, der schiefgeht, zählt bei mir nicht dazu — das hat mit Rückfall nichts zu tun, nur mit Übung.

Falls du gerade an genau diesem Punkt steckst: Es hilft, den Test als das zu sehen, was er ist — ein Werkzeug, keine Prüfung des eigenen Werts.

Ich arbeite weiter mit dem Masterplan, und mein Tagebuch hier aus Neuhausen bleibt offen für die Tage, in denen es holprig läuft.

Verwandte Artikel