
Die schwerste Frage beim Verkehrspsychologen in München kommt früh, und sie hat nichts mit dem Promillewert zu tun. "Was hat sich seit diesem Abend wirklich geändert?" – das ist der Kern des ersten Gesprächs, und für die MPU-Vorbereitung Alkohol lässt sich darauf keine Antwort auswendig lernen.
Vorweg, weil es dazugehört: Das hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht, kein Ratgeber und keine MPU-Anleitung. Ich bin keine Anwältin, keine Verkehrspsychologin und keine Therapeutin – ich habe nur einmal richtig Mist gebaut und arbeite mich seitdem zurück. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links, etwa zu dem Workbook, das ich selbst nutze; kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für dich bleibt der Preis gleich. Bei rechtlichen Fragen gehörst du zu einem Fachanwalt für Verkehrsrecht, bei Sorgen um deinen Konsum zu einer Suchtberatung.
Was beim ersten Termin wirklich zählt
Bevor überhaupt ein Termin stand, lag die Aufforderung – dieser gelbe Brief – drei Wochen ungeöffnet im Briefkasten. Ich habe getan, als wäre er nicht da, und besser wurde dadurch nichts: Die Sperrfrist läuft weiter, ob man den Umschlag aufmacht oder nicht. Erst der Anruf, um überhaupt einen Termin zu bekommen, war der wirkliche Anfang.
Es hilft, vor so einem Gespräch schon einmal mit dem Thema gearbeitet zu haben. Ich hatte den MPU Masterplan Alkohol im Regal stehen, ein Workbook, das ich sonntags in meinem eigenen Tempo durchgehe. Ob du dich stattdessen für die MPU Vorbereitung als Einzelberatung entscheidest, ist zweitrangig – der erste Termin bringt dir vor allem eine schonungslose Standortbestimmung, keine fertige Lösung.
Der Ablauf selbst ist nüchterner, als die Angst vorher glauben macht. Zuerst die Rahmendaten – Wert, Tathergang, ein paar Fragen zur Vorgeschichte. Dann kippt das Gespräch von den Fakten zur Person. Als ich "Eins-Komma-vier" sagte, klickte der Kugelschreiber, und dieses kleine, scharfe Geräusch kam jedes Mal wieder, wenn ich vor einer Antwort zu lange zögerte. Es hat nichts Bedrohliches, aber es zeigt dir sofort, wo du ausweichst.

Die Frage nach dem Trennungsvermögen kommt vor dem Notizbuch
Die Verkehrspsychologin hat nach dem Trennungsvermögen gefragt, bevor ich überhaupt mein Notizbuch aufmachen konnte. Mehr breite ich hier gar nicht aus – das ist ein Kapitel für sich. Wichtig war nur die Reihenfolge: erst die Haltung, dann die Notizen.
Was die Psychologin hören wollte, war keine einstudierte Erklärung. Ich hatte mir etwas zurechtgelegt – "eigentlich trinke ich nur auf Feiern", "es war ein langer Abend" – und sie hat mich freundlich unterbrochen, bevor der Satz fertig war. Wer sich eine Antwort baut, wird genau dabei gehört. Das ist die unbequemste und zugleich nützlichste Lektion aus der ersten Stunde: nicht die perfekte Formulierung überzeugt, sondern die Stelle, an der du zugibst, dass du es selbst noch nicht ganz durchdrungen hast.
Abstinenznachweis, ETG-Wert und der bürokratische Teil in München
Ein Teil des Gesprächs dreht sich um den Abstinenznachweis und den ETG-Wert – wie lange, mit welchem Verfahren, das legt die Stelle fest, nicht das erste Gespräch. Ich gehe hier bewusst nicht ins Detail; die Nachweiszeit zieht sich über Monate, und die genauen Regeln bespricht man dort, wo sie auch gelten. Den trockeneren Papierkram dagegen – Welche Unterlagen brauche ich für den MPU Antrag in München? – finde ich fast einfacher als die Stunde auf dem Stuhl. Formulare kann man abarbeiten. Die eigene Trinkgeschichte nicht.

Was solltest du zum ersten Termin mitbringen?
Benjamin, ein Leser aus München-Laim, der seine eigene MPU längst hinter sich hat, schrieb mir dazu einmal nur einen einzigen, sehr konkreten Satz: Bring deinen Ablauf des Abends aufgeschrieben mit – nicht zum Auswendiglernen, sondern um zu merken, wo deine Erinnerung Löcher hat. Genau das ist mir im Termin passiert: Ich habe zwanzig Minuten lang den Hochzeitsabend rekonstruiert und dann festgestellt, dass ich nicht mehr weiß, wann ich in dieser Nacht wirklich aufgehört habe zu trinken. Peinlich, ja. Aber diese Lücke ist ehrlicher als jede glatte Chronologie.
Nicole, eine Bekannte aus dem Fitnessstudio, die selbst gerade ein Jahr ohne Alkohol durchzieht, hat mir einen zweiten Punkt mitgegeben, den ich unterschätzt hätte: Erschöpfung ist ein Rückfallrisiko, das man leicht übersieht. Das gehört in eine offene Anamnese deines Trinkens genauso hinein wie die großen Anlässe – der müde Dienstagabend zählt mehr als die eine Hochzeit. Für die Wochen zwischen den Terminen arbeite ich solche Muster mit dem MPU Masterplan durch, einem Workbook mit Aufgaben zum Trennungsvermögen, das ich im eigenen Tempo bearbeite.
So gehst du in das erste Gespräch – ohne einstudierte Antwort
Am meisten bringt der Termin, wenn du aufhörst, dir Antworten zu bauen. Wie ich lerne, meine MPU Fragen zum Alkoholkonsum ehrlich beantworten, ist ein eigener, langsamer Prozess – und der Kurs nimmt einem das nicht ab. Wenn ich das Workbook zwei Wochen liegen lasse, fange ich prompt wieder weiter vorne an, und an schlechten Tagen fehlt der persönliche Ansprechpartner. Trotzdem hilft mir das mehr als jedes Abwarten.
Für Fälle, in denen es nicht um Alkohol, sondern um Drogen geht – bei mir war das nicht so, aber eine Bekannte aus einem MPU-Forum arbeitet damit – gibt es vom selben Anbieter den FLEX3 Online MPU Kurs für Drogen. Wichtig ist, dass du dir die Hilfe suchst, die zu deinem Fall passt, nicht die, die gerade am lautesten empfohlen wird.
Der erste Termin beim Verkehrspsychologen ist keine Prüfung, die man mit Glück besteht, sondern eine Standortbestimmung – und die tut weh. Woran ich merke, dass sich etwas bewegt, ist nicht die Stunde auf dem Stuhl, sondern ein Freitagabend auf dem Küchenboden, während nebenan eine Party läuft und mir kein einziger Gedanke an ein Glas Wein kommt. Wenn du selbst vor diesem ersten Termin stehst: Geh hin, und leg dir vorher keine Antwort zurecht – bring lieber deine ehrlichen Lücken mit. Das ist mehr wert als jede fertige Erklärung.