
Sieben Dinge lagen am Ende in der Klarsichthülle, bevor das KVR meinen MPU-Antrag überhaupt anfassen wollte – und keines davon war der Führerschein selbst. Wer in München die Neuerteilung der Fahrerlaubnis will, sammelt keine Fahrpapiere, sondern Ausweis, Passfoto, Sehtest, einen Erste-Hilfe-Nachweis und ein Führungszeugnis. Diese Unterlagen sind die eigentliche Eintrittskarte in die MPU, und man muss sie sich komplett selbst zusammensuchen. Kein Amt legt sie dir hin. Das hier ist meine Erfahrung damit, nicht mehr und nicht weniger.
Der Antrag auf Neuerteilung ist der eigentliche Start beim KVR
Viele warten darauf, dass sich die Behörde von allein meldet, sobald die Sperrfrist ausläuft. Das passiert nicht. Du musst die Neuerteilung der Fahrerlaubnis aktiv beantragen, in München beim Kreisverwaltungsreferat, dem KVR. Erst dieser Antrag setzt die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) in Gang – ohne ihn bleibt die Akte einfach liegen.
Stell den Antrag rechtzeitig, bevor die Sperrfrist endet, denn danach wandert deine Akte an die Begutachtungsstelle, und der ganze Weg braucht Vorlauf. Ich habe das lange vor mir hergeschoben, weil es sich so endgültig anfühlt, den Knopf zu drücken. Trotzdem geht es nicht anders.

Die Unterlagen für die Mappe
Fang mit dem Offensichtlichen an: Personalausweis oder Reisepass. Dazu ein aktuelles biometrisches Passfoto – meins ist aus einem Automaten an der U-Bahn, und ich sehe darauf aus wie jemand, der zu wenig schläft, aber es tut seinen Dienst. Die Sehtest-Bescheinigung holst du beim Optiker – bei mir war das der gleich am Rotkreuzplatz – und die ist in wenigen Minuten erledigt, sie darf nur nicht zu alt sein.
Der Erste-Hilfe-Nachweis war der Punkt, an dem ich fast gescheitert wäre. Mein alter Kurs lag so weit zurück, dass er nicht mehr zählte, und ich musste einen kompletten Samstag nachsitzen, in einem stickigen Raum voller jüngerer Leute. Prüf also vorher, ob deine Bescheinigung überhaupt noch gültig ist, sonst stehst du wie ich wieder am Anfang.
Dazu kommt ein Führungszeugnis für Behörden, das du beim Bürgerbüro beantragst; es geht auf direktem Weg ans KVR, nicht in deine Hände. Genau deshalb lohnt es sich, früh dran zu sein, denn dieses eine Blatt hat seine eigene Laufzeit.
Diese Zettel sind der leichtere Teil. Die eigentliche Arbeit läuft parallel dazu, zum Beispiel wenn ich in der MPU Vorbereitung meine persönlichen Trinkanlässe analysiere – ein ganz anderer Ordner als der, den das KVR sehen will. Der Abstinenznachweis läuft nochmal getrennt und gehört gar nicht in diesen Behördenstapel.
Beim Abschreiben der vielen Formularfelder wurden meine Fingerkuppen so kalt, dass mir der Kugelschreiber immer wieder aus der Hand rutschte.

Medizinische Dokumente mit Bedacht auswählen
Ein Rat, der mir früh weitergegeben wurde: nicht alles ungefiltert einreichen. Zuerst wollte ich sämtliche Blutwerte und alte Berichte dazulegen, aus einer Art vorauseilendem Gehorsam. Weniger ist hier mehr – in die Akte kommt nur, was verlangt ist oder was die Abstinenz belegt.
Wer einen Erfahrungsbericht zur ärztlichen Untersuchung bei der MPU liest, merkt schnell, dass jedes Papier vom Gutachter gelesen und gedeutet wird. Je mehr Nebenschauplätze in der Akte stehen, desto mehr Fragen tauchen auf. Halt es sachlich und nah am Thema.
Einmal dachte ich, eine einzelne Stunde bei einem Psychiater würde mir schnell ein brauchbares Papier für die Akte bringen. Nach zehn Minuten habe ich im Gespräch das Thema gewechselt und bin am Ende ohne irgendetwas Verwertbares wieder rausgegangen. So funktioniert das nicht – Abkürzungen produzieren keine Dokumente, die vor dem KVR standhalten.

Am Schalter in der Ruppertstraße
Letzten Mittwoch stand ich schließlich in der Ruppertstraße, vor einer Sachbearbeiterin, die so sachlich blieb, dass es beinahe wehtat. Sie tippte meine Daten ein, ohne mit der Wimper zu zucken. Für sie bin ich ein Vorgang unter vielen; für mich hängt daran ziemlich viel.
Nach der Gebühr, die du gleich bezahlst und deren Quittung du unbedingt aufhebst, prüft das KVR die Unterlagen und schickt später die offizielle Aufforderung, ein Gutachten vorzulegen. Erst danach darfst du dir die Begutachtungsstelle aussuchen. Auch das Führungszeugnis sollte dann eingetroffen sein; es kommt auf dem Behördenweg, nicht von dir.
Benjamin, ein Leser aus Laim, der seine eigene MPU längst hinter sich hat, hat mir geschrieben, ich solle von jedem einzelnen Blatt eine Kopie behalten, bevor es aus der Hand geht. Guter Hinweis – Behörden verlieren selten etwas, aber wenn doch, willst du deinen Nachweis in der Schublade haben.

Was ich dir für den Behördenweg mitgebe
Halt die Erwartung klein und den Ordner sortiert. Die genaue Liste kann je nach Fall abweichen, deshalb frag im Zweifel direkt beim KVR nach, welche Unterlagen für deinen Antrag gefordert sind, statt dich auf Foren zu verlassen. Und fang früh an, weil jedes dieser Papiere seine eigene Wartezeit hat.
Nicole, eine Bekannte aus dem Fitnessstudio, die freiwillig ein Jahr ohne Alkohol geht, hat mit dieser Behördenseite gar nichts zu tun – sie kennt das Ausweichen auf Partys, aber nicht die Akte, die bei mir dahintersteht. Für mich ist der Papierkram nur die Hülle; der Kern zeigt sich eher in der Vorbereitung auf das psychologische Gespräch, wo es dann um Begriffe wie Trennungsvermögen geht. Aber das ist ein anderer Ordner.
Neulich lag ich morgens ein paar Minuten einfach nur da, ohne dieses Ziehen im Magen, das mich sonst sofort an die Akte erinnert. Kein großer Moment, nur ruhig. Dann bin ich aufgestanden und habe die nächste Kopie in die Mappe geräumt.