Wieder am Steuer

Welche Unterlagen brauche ich für den MPU Antrag in München?

Es regnet schon wieder gegen das Küchenfenster hier in Neuhausen, und mein Kamillentee ist längst so kalt wie die Stimmung in diesem Raum. Es ist Sonntagabend, Mitte Mai 2026, und ich sitze auf dem Boden, umgeben von Klarsichtfolien und diesem einen dicken Ordner, der mein ganzes Leben seit letztem Spätsommer zusammenfasst. Woche für Woche schreibe ich hier rein, was passiert ist, seit sie mich mit 1,4 Promille aus dem Verkehr gezogen haben. Diesen einen Samstagabend werde ich wohl nie vergessen – das Blaulicht, das Zittern, der Führerscheinentzug direkt an der Straße.

Heute Abend fühle ich mich seltsam klein. Das Blau meines Kugelschreibers verläuft ein bisschen auf dem billigen Papier meines Sonntagstagebuchs, während ich die Gebühren für München aufliste. Es ist verrückt: Früher habe ich Vorstandssitzungen für vierzig Leute organisiert, Projekte im sechsstelligen Bereich koordiniert – und jetzt macht mich ein einfaches Passfoto nervös. Es geht nicht mehr nur um das Lernen oder die Abstinenz; es geht um diesen bürokratischen Berg, den man erklimmen muss, bevor man überhaupt den Termin beim Gutachter bekommt. In München heißt dieser Berg Kreisverwaltungsreferat, kurz KVR, in der Ruppertstraße 19.

Der Moment, in dem die Bürokratie zuschlägt

Ich erinnere mich noch an die dunklen Wochen im Januar, als ich dachte, ich müsste einfach nur warten, bis die Sperrfrist vorbei ist. Aber so läuft das nicht. Wenn du deinen Führerschein zurückwillst, musst du die „Neuerteilung der Fahrerlaubnis“ beantragen. Und dieser Antrag ist der Startschuss für alles. Ohne diesen Antrag weiß die Behörde gar nicht, dass du bereit bist. Und ohne den Antrag schicken sie dir auch nicht die Aufforderung, eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zu machen.

Im MPU-Masterplan-Workbook, das ich mir im Winter besorgt habe, stand schon, dass man das Ganze etwa sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist angehen sollte. Bei mir war das jetzt im April so weit. Ich bin kein Profi, keine Beraterin – nur eine Frau, die ihren Job als Office Managerin verloren hat, weil sie ohne Auto nicht mehr zu den Außenstellen kam, und die jetzt versucht, alles richtig zu machen. Wenn du rechtliche Fragen hast, geh bitte zu einem Anwalt für Verkehrsrecht. Ich erzähle dir hier nur, wie ich fast an den Formularen verzweifelt wäre.

Die Checkliste für das KVR München

Was ich diese Woche mühsam zusammengetragen habe, ist eine Liste, die sich erst mal harmlos liest, aber jeden Punkt muss man einzeln abarbeiten. Hier ist das, was ich für den Antrag auf Neuerteilung beim KVR in der Ruppertstraße gebraucht habe:

Und dann ist da natürlich noch die finanzielle Seite. Ich habe neulich schon darüber nachgedacht, was eine MPU wegen Alkohol in München wirklich kostet, aber die Gebühr für den Antrag selbst hatte ich gar nicht so auf dem Schirm. Das KVR verlangt für die Neuerteilung inklusive MPU-Anordnung aktuell 220,90 Euro. Wenn man gerade jeden Cent zweimal umdreht, tut das weh.

Ein Fehler, den ich fast gemacht hätte: Die Sache mit den medizinischen Befunden

Hier kommt ein Punkt, über den ich lange mit meiner Verkehrspsychologin gesprochen habe. Ich dachte in meinem Übereifer: „Komm, ich lege alles bei! Jeden Therapiebericht, jedes Blutbild vom Hausarzt, alles, was zeigt, dass ich ein besserer Mensch geworden bin.“

Sie hat mich aber gebremst. Ihr Rat war: Reichen Sie nicht blind alle medizinischen Nachweise ein. Eine zu umfangreiche Dokumentation kann bei den Münchner Gutachtern ungewollt Zweifel an Ihrer psychischen Stabilität wecken. Wenn du zum Beispiel wegen der Belastung durch den Führerscheinentzug eine Gesprächstherapie wegen Depressionen angefangen hast, ist das zwar gut für dich, aber wenn das in der Akte steht, fragt der Gutachter vielleicht: „Ist sie überhaupt stabil genug zum Autofahren?“ Manchmal ist weniger mehr. Die Behörde braucht die Fakten, nicht deine ganze Krankheitsgeschichte, sofern sie nicht direkt mit dem Alkoholmissbrauch zu tun hat. Ich bin keine Ärztin, aber das war ein Moment, in dem ich froh war, jemanden zu haben, der mir das erklärt hat.

Der Gang zur Ruppertstraße

Letzten Mittwoch bin ich dann mit der U7 Richtung Westfriedhof gefahren und an der Schwanthalerhöhe ausgestiegen, um zum KVR zu laufen. Ich hatte alle Unterlagen in einer blauen Mappe. Mein Herz hat bis zum Hals geschlagen. Es fühlte sich an, als würde ich wieder zur Prüfung gehen, dabei war es nur die Abgabe von Papieren.

Die Sachbearbeiterin war sachlich, fast schon kühl. Sie hat meine 1,4 Promille in ihrem System gesehen und mich kurz angeschaut. In diesem Moment wollte ich im Boden versinken. Ich wollte sagen: „Ich bin eigentlich Office Managerin, ich bin zuverlässig!“, aber für sie war ich nur eine Aktennummer. Das ist das Schwierigste an diesem Prozess: das eigene Selbstbild wieder aufzubauen, während man von offizieller Seite nur als Risiko wahrgenommen wird.

Ich habe den Antrag abgegeben und die 220,90 Euro bezahlt. Jetzt heißt es wieder warten. Warten darauf, dass das KVR meine Akte prüft und mir dann offiziell mitteilt, an welche Begutachtungsstelle ich gehen soll. Wie lange das dauert? Ich habe mich oft gefragt, wie lange die MPU Vorbereitung bei 1,4 Promille insgesamt dauert, und dieser Behördengang ist ein riesiger Meilenstein auf diesem Weg.

Was ich heute Abend gelernt habe

Ich klappe mein Notizbuch zu. Der Tee ist wirklich ungenießbar jetzt. Aber wisst ihr was? Auch wenn es nur Papierkram war, fühle ich mich heute Abend zum ersten Mal seit November wieder ein bisschen wie die Frau, die ich früher war. Die Frau, die Dinge regelt. Die Frau, die ihre Unterlagen sortiert hat.

Der Weg zurück zum Führerschein ist eine Wanderung im Nebel ohne Karte, aber diese Liste an Unterlagen war wie ein kleiner Kompass. Wenn du in München in derselben Situation steckst: Fang frühzeitig an, die Dokumente zu sammeln. Besonders dieser Erste-Hilfe-Kurs kann einen zeitlich echt ausbremsen, wenn man keinen Platz bekommt.

Nächste Woche muss ich wieder zu meiner Psychologin. Wir fangen an, über das „Trennungsvermögen“ zu sprechen – ein Wort, das ich früher nie benutzt hätte und das jetzt über meine Zukunft entscheidet. Aber für heute ist Schluss. Die U7 rattert draußen in der Ferne, und ich werde jetzt versuchen, mal nicht an den ETG-Wert oder die charakterliche Eignung zu denken. Nur für ein paar Stunden.

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