Wieder am Steuer

Wie lange dauert die MPU Vorbereitung bei 1,4 Promille?

Ich sitze auf dem Dielenboden in meiner Wohnung in Neuhausen, der Tee in der Tasse neben mir ist längst kalt geworden – ein graues Earl-Grey-Eisbad. Es ist Sonntagabend, der 3. Mai 2026, und neben mir liegt dieser zerfledderte Brief vom 12. November 2025. Die formale Aufforderung zur MPU. Wenn ich heute, nach fast sechs Monaten, gefragt werde: „Wie lange dauert die Vorbereitung eigentlich?“, dann möchte ich am liebsten sagen: „Ein Leben lang.“ Aber das hilft niemandem, der gerade fassungslos vor seinem ersten gelben Umschlag steht.

Hinweis: In diesem Tagebuch erzähle ich von meinem persönlichen Weg zurück zum Führerschein. Dabei verwende ich Affiliate-Links zu den Materialien, die ich selbst nutze. Wenn du über einen Link wie den zum MPU Masterplan Alkohol kaufst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich bin keine Psychologin oder Anwältin – nur eine 36-Jährige, die ihren Mist aufarbeitet. Für Rechtsfragen brauchst du einen Anwalt, für Suchtfragen eine Beratungsstelle.

Die nackten Zahlen: Warum 1,4 Promille kein „Pappenstiel“ sind

Als ich im Spätsommer 2025 nach der Hochzeit mit 1,4 Promille gestoppt wurde, dachte ich erst: Glück gehabt, unter 1,6! In vielen Bundesländern ist das die magische Grenze. Aber hier in Bayern – und speziell in München – ticken die Uhren anders. Die Anordnung kam im November, und damit die Erkenntnis: Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung fragt nicht nur nach dem Wert, sondern nach der Charakterlichen Eignung.

Die Frage nach der Dauer lässt sich mathematisch und emotional beantworten. Mathematisch gesehen planen die meisten mit mindestens sechs Monaten. Warum? Weil die Gutachter eine „Stabilität der Verhaltensänderung“ sehen wollen. Und die glaubt dir niemand nach vier Wochen Kräutertee. Ich habe für mich einen Zeitraum von 24 Wochen festgelegt, also genau ein halbes Jahr intensiver Arbeit.

Der Zeitfresser: Warum Warten nicht gleich Vorbereiten ist

Im Januar, genauer am 4. Januar 2026, hatte ich einen Termin bei einer Verkehrspsychologin in der Nähe vom Rotkreuzplatz. Ich dachte, ich sei schon weit, weil ich seit September nichts mehr getrunken hatte. Sie sah mich nur an und sagte: „Frau ..., die Uhr für die MPU tickt erst in dem Moment, in dem Sie anfangen, die Ursachen zu verstehen. Das bloße Nicht-Trinken ist nur die Eintrittskarte, nicht das Konzert.“

Das hat gesessen. Ich hatte bis dahin nur gewartet. Aber was eine MPU in München wirklich kostet, ist nicht nur Geld, sondern Zeit für die Wahrheit. Ich habe gemerkt, dass ich Wochen brauchte, um im MPU Masterplan überhaupt über Modul zwei hinauszukommen. Da geht es um die Motive. Warum habe ich auf dieser Hochzeit so viel getrunken? Warum dachte ich, ich habe noch alles unter Kontrolle? Diese Fragen beantwortet man nicht zwischen zwei U-Bahn-Stationen der U7 Richtung Westfriedhof.

Ein Moment des Scheiterns: Die Sektglas-Falle

Es war im März. Eine Kollegin feierte Geburtstag. Ich hatte mir fest vorgenommen, offen zu sein, aber dann fehlte mir die Kraft. Ich stellte mir ein Glas Sekt vor mich hin, nippte den ganzen Abend nicht daran, aber ich tat so, als ob. Ein „dümmster Test“, wie ich später in mein Tagebuch schrieb. Ich habe mich selbst belogen, um keine Fragen beantworten zu müssen. Das hat mich in meiner Vorbereitung emotional um zwei Wochen zurückgeworfen. Echtes Trennungsvermögen bedeutet auch, zu seiner Entscheidung zu stehen, ohne Requisiten.

Besonderheit: Vorbereitung im stressigen Außendienst

Was oft vergessen wird – und das betrifft viele, mit denen ich in Foren schreibe: Wenn man beruflich viel unterwegs ist (oder war, wie ich im Außendienst), ist Zeit ein Luxusgut. Viele Standard-Kurse scheitern an den unregelmäßigen Arbeitszeiten. Man kann nicht jeden Dienstag um 18 Uhr in einem Stuhlkreis sitzen, wenn man gerade in einer Videokonferenz feststeckt oder emotional völlig ausgebrannt ist.

Für mich war deshalb das Selbststudium der einzige Weg. Ich habe die 484 Euro für den Masterplan investiert, weil ich die Module dann bearbeiten konnte, wenn mein Kopf bereit war – oft nachts oder eben an diesen langen Sonntagabenden. Wer im Stress steht, braucht eine Vorbereitung, die sich an das Leben anpasst, nicht umgekehrt. Eine Bekannte aus einem Forum nutzt für ihren Fall übrigens den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert, nur eben für andere Substanzen.

Der Fahrplan der 24 Wochen

Wenn du mit 1,4 Promille startest, sieht die Zeitachse meistens so aus:

  1. Monat 1-2: Schock verdauen, Akteneinsicht, Entscheidung: Abstinenz oder Kontrolliertes Trinken? (Ich habe mich für die Abstinenz entschieden, siehe meinen Bericht über die ersten Erfahrungen mit Haaranalysen).
  2. Monat 3-4: Die Tiefenbohrung. Warum Alkohol? Was war der Auslöser? Hier habe ich die meiste Zeit mit dem Workbook verbracht.
  3. Monat 5-6: Die Rückfallprävention. Was mache ich, wenn es im Job wieder brennt? Wie reagiere ich auf blöde Sprüche?

Am 22. März 2026 hatte ich so einen Durchbruch. Ich saß auf dem Sofa und starrte die Decke an, wie so oft. Aber diesmal war es anders. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass mir etwas weggenommen wurde (der Führerschein), sondern dass ich etwas gewonnen hatte: Klarheit über meine Trinkgewohnheiten. Die Vorbereitung dauert genau so lange, wie man braucht, um sich selbst nichts mehr vorzumachen.

Fazit vom Küchenboden

Heute ist der 5. Mai. Mein MPU-Termin rückt näher. Mein Tagebuch ist fast voll, die Seiten sind wellig vom vielen Umblättern und gelegentlichen Tränen. Die Vorbereitung bei 1,4 Promille dauert im Schnitt sechs Monate, wenn man es ernst meint. Man kann versuchen, es abzukürzen, aber das Risiko, beim Gutachter durchzufallen und dann von vorne anzufangen, ist riesig – und teuer.

Wenn du auch gerade am Anfang stehst und dich fragst, wie du das schaffen sollst: Fang an zu schreiben. Hol dir eine Struktur, die zu deinem Alltag passt. Mir hat es geholfen, mit dem MPU Masterplan zu Hause zu lernen, in meinem eigenen Tempo, zwischen kaltem Tee und der Stille von Neuhausen. Es ist kein Sprint, es ist ein verdammt langer Spaziergang zu sich selbst.

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