Wieder am Steuer

Wie ich mit dem MPU Masterplan Alkohol zu Hause lerne

Sonntagabend, der 3. Mai 2026. Ich sitze auf dem Dielenboden in meiner Küche in Neuhausen, der Tee in der Tasse neben mir ist schon wieder eiskalt – Kamille, was sonst. Draußen auf dem Balkon riecht es nach Frühling, aber hier drinnen riecht es nach Arbeit an mir selbst und diesem dicken, gelben Textmarker, dessen Quietschen auf dem Papier sich so seltsam laut anfühlt, wenn unten die U7 Richtung Westfriedhof das Haus zum Vibrieren bringt.

Hinweis: In meinen Texten findest du Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine Provision, aber für dich bleibt der Preis genau gleich. Ich empfehle hier nur das Workbook und die Module, mit denen ich selbst versuche, meinen Kopf wieder über Wasser zu bekommen. Das hier ist mein Tagebuch, keine Rechtsberatung und keine Therapie – dafür gibt es Anwälte oder die Suchtberatung. Meine vollständige Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.

Inzwischen sind es 34 Wochen, die ich als abstinent in mein Notizbuch eingetragen habe. Seit dem September 2025, nach diesem furchtbaren Hochzeits-Samstag, an dem alles stehen blieb. Im November kam dann die Post – die Aufforderung zur MPU wegen 1,4 Promille. Der gelbe Umschlag war der Moment, in dem ich wusste: „Office Managerin“ hin oder her, mein Leben braucht gerade ein neues Inhaltsverzeichnis.

Warum ich mich für das Selbststudium entschieden habe

Ich war anfangs völlig verloren. Was kostet der Spaß? Wie fange ich an? Ich habe viel gerechnet. Was eine MPU in München wirklich kostet, habe ich ja schon mal aufgeschrieben, aber die Vorbereitung war der größte Posten. Ich habe mich schließlich für den MPU Masterplan Alkohol entschieden. 484 Euro. Das klingt erst mal nach viel, aber wenn ich es auf die 17 Wochen verteile, in denen ich jetzt aktiv damit lerne (seit dem 11. Januar), sind das etwa 28,47 Euro pro Woche. Das ist weniger als ein Abendessen beim Italiener am Rotkreuzplatz.

Der große Unterschied zu einer klassischen Beratung? Die Eigenverantwortung. Es ist flexibler, ja – ich kann nachts um elf auf dem Boden sitzen und Module bearbeiten. Aber es erfordert auch viel mehr Struktur. Niemand ruft mich an und fragt, ob ich meine Hausaufgaben gemacht habe. Ich muss mir die Zeit selbst freischaufeln. Insgesamt habe ich bisher 51 Stunden mit den Reflexions-Modulen verbracht – immer drei Stunden jeden Sonntagabend.

Die Sache mit dem Trennungsvermögen

Eines der ersten Dinge, die mich im Workbook eiskalt erwischt haben, war der Begriff Trennungsvermögen. Ich dachte immer, ich hätte das im Griff. Aber der Kurs ist da gnadenlos ehrlich. Er stellt Fragen, die wehtun. Fragen, die ich mir im Büro nie gestellt hätte, obwohl ich dort 40 Leute koordiniert habe. Aber mich selbst zu koordinieren, wenn es um Alkohol geht? Ein ganz anderes Thema.

Ich habe im März, genauer gesagt am 15. März 2026, einen ziemlichen Tiefpunkt gehabt. Ich saß vor Modul 3 – da geht es um die tieferen Trinkmotive. Ich starrte zwei Stunden lang auf die weiße Seite. Ich konnte einfach nicht zugeben, warum ich an diesem Abend auf der Hochzeit wirklich zum dritten Glas gegriffen habe. War es Stress? Einsamkeit? Geltungsdrang? Ich fühlte mich so dumm. Ich habe das Workbook zugeklappt und eine Woche lang nicht mehr angefasst. Ich habe gelogen, wenn mich jemand gefragt hat, wie es läuft. „Super“, habe ich gesagt, während ich innerlich panisch war.

Ehrlichkeit ist eine Entscheidung

Ich musste Modul 3 insgesamt dreimal neu anfangen, bis ich wirklich ehrlich zu mir selbst war. Der MPU Masterplan bietet zwar die Struktur, aber ausfüllen muss man es selbst. Das ist der Nachteil: Wenn man sich selbst belügt, bringt das teuerste Programm nichts. Eine Bekannte aus einem Forum nutzt für ihren Fall übrigens den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs. Sie sagt, die Logik ist die gleiche, aber die Fallbeispiele sind natürlich auf Drogen zugeschnitten. Für mich wäre das nichts, ich brauche die konkreten Alkohol-Fragen und die Erklärungen zum ETG-Wert und den Abstinenznachweisen.

Gestern, am Samstag, hatte ich wieder so einen Moment. Ich bin am Rotkreuzplatz an einem Polizeiwagen vorbeigelaufen. Ich war zu Fuß, ich hatte nichts getrunken, ich war völlig legal unterwegs. Und trotzdem: Dieser eiskalte Knoten im Magen. Die Angst, dass sie sehen, was ich „verbrochen“ habe. Das zeigt mir, dass die charakterliche Eignung, von der die Gutachter immer sprechen, nichts ist, was man in einem Wochenende „lernt“. Es ist ein Prozess.

Mein Fazit nach 17 Wochen Masterplan

Ich bin noch nicht am Ziel. Aber wenn ich jetzt auf mein Notizbuch schaue und die 34 Wochen Abstinenz sehe, fühle ich mich ein kleines bisschen mehr wie die Frau, die ich eigentlich sein will. Auch ohne Führerschein. Wenn du auch gerade an diesem Punkt stehst und dich fragst, ob du das alleine schaffst: Der MPU Masterplan Alkohol ist eine gute Karte für den Weg durch den Nebel, aber laufen musst du selbst. Ich mache mir jetzt erst mal einen neuen Tee. Einen warmen.

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