
Sonntagabend in Neuhausen. Draußen ist es noch hell, der Mai zeigt sich von seiner besten Seite, aber ich sitze hier auf meinem Küchenboden, die U7 Richtung Westfriedhof lässt die Wände alle paar Minuten leise vibrieren. Neben mir steht eine Tasse Kamillentee, der schon wieder diese dünne Haut oben drauf hat, weil ich ihn seit einer halben Stunde vergessen habe. Vor mir liegt dieses gelbe Workbook. Es ist jetzt etwa neun Monate her, seit dieser Samstagabend im Spätsommer 2025 mein Leben auf den Kopf gestellt hat.
Bevor ich dir erzähle, wie ich mich durch die Module kämpfe: Ein kleiner Hinweis. In diesem Text findest du Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, aber für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur das Workbook und die Kurse, die ich selbst für mein Sonntagabend-Ritual nutze. Aber ganz wichtig: Ich bin keine Verkehrspsychologin, keine Therapeutin und keine Anwältin. Ich bin eine 36-jährige Office Managerin, die einmal richtig Mist gebaut hat. Bei rechtlichen Fragen brauchst du einen Fachanwalt, und bei echten Alkoholproblemen ist die Suchtberatung dein Ansprechpartner. Dies hier ist nur mein ganz persönliches Tagebuch.
Warum ich mich gegen die teure Praxis am Odeonsplatz entschieden habe
Als der gelbe Brief im November 2025 kam, war ich erst mal wie gelähmt. Ich habe gegoogelt, was das Zeug hält. Was eine MPU in München wirklich kostet, hat mich fast umgehauen. Überall sah ich Anzeigen für Intensivberatungen, die weit über tausend Euro kosten sollten. Das passte einfach nicht in mein Budget, vor allem weil ich ja auch noch die Abstinenznachweise und die Gebühren beim KVR bezahlen muss.
Ich habe mich schließlich für den MPU Masterplan Alkohol entschieden. Es kostete mich rund fünfhundert Euro – was immer noch viel Geld ist, aber im Vergleich zu Einzelstunden bei einem Berater fast wie ein Schnäppchen wirkte. Mein Gedanke war: Ich habe als Office Managerin gelernt, Projekte zu strukturieren, also werde ich wohl auch mein eigenes Leben wieder auf die Kette kriegen. Ich wollte nicht, dass mir jemand in einer schicken Praxis sagt, was ich denken soll. Ich wollte es selbst verstehen.
Der Einstieg war allerdings härter, als ich dachte. Es ist eine Sache, eine Excel-Tabelle für die Firma zu pflegen, und eine ganz andere, sich nachts um elf zu fragen: Warum hast du eigentlich getrunken? Warum hast du geglaubt, dass 1,4 Promille noch okay sind, um ins Auto zu steigen? Das Workbook zwingt einen, diese Fragen schriftlich zu beantworten. Und das Papier ist geduldig, aber mein schlechtes Gewissen war es nicht.

Der Moment im Spätwinter, als ich fast aufgegeben hätte
Es gab diese eine Woche Ende Februar. Ich war etwa zwei Monate dabei, mich durch die ersten Module zu arbeiten. Ich saß bei Modul 3 – da geht es um die tiefere Motiv-Analyse. Ich starrte auf die Fragen zum Thema Trinkmotive und kam einfach nicht weiter. Jedes Mal, wenn ich versuchte, etwas Ehrliches aufzuschreiben, fühlte es sich an wie eine Lüge. Ich hatte das Gefühl, ich würde nur das schreiben, was ein Gutachter hören will, statt das, was wirklich in mir vorging.
Ich habe das Workbook dann für fast zwei Wochen gar nicht mehr angefasst. Es lag unter einem Stapel Zeitschriften auf dem Couchtisch. Einer ehemaligen Kollegin, die mich fragte, wie es läuft, habe ich am Telefon erzählt, dass ich schon fast fertig sei. Das war mein persönlicher Tiefpunkt: Ich habe nicht nur mich selbst belogen, sondern auch noch andere, nur um die Fassade der perfekt organisierten Office Managerin aufrechtzuerhalten. Ich fühlte mich wie ein Betrüger. Es war ein schleichender Prozess, bis ich begriff, dass ich typische Fehler bei der MPU Vorbereitung machte, bevor ich überhaupt beim Gutachter saß.
Ich musste das Modul 3 schließlich dreimal neu anfangen. Ich habe die alten Seiten zerrissen und weggeschmissen. Erst als ich anfing, über den Stress im Job und das Gefühl, immer funktionieren zu müssen, zu schreiben, wurde es besser. Das Workbook ist da wie ein Spiegel, in den man nicht immer gerne schaut. Aber ohne diesen Spiegel gibt es keine Fahreignung – das habe ich mittlerweile schmerzhaft gelernt.
Trennungsvermögen und ETG-Werte: Theorie trifft Küchenboden
Ein Begriff, der im MPU Masterplan immer wieder auftaucht, ist das Trennungsvermögen. Früher dachte ich, das bedeutet einfach, dass man nicht fährt, wenn man betrunken ist. Klingt logisch, oder? Aber das Programm geht tiefer. Es geht darum, warum man überhaupt in die Situation gekommen ist, nicht mehr trennen zu können. Es geht um die Planung, um die Selbstüberschätzung und um die Frage, ob man wirklich verstanden hat, wie Alkohol im Körper wirkt.
Ich habe Stunden damit verbracht, meine Trinkkurven zu zeichnen und zu verstehen, wie mein ETG-Wert eigentlich zustande kommt. Das Selbststudium hat den Vorteil, dass ich mir die Zeit nehmen kann, die ich brauche. Wenn ich ein Video dreimal sehen muss, um die chemischen Prozesse zu verstehen, dann mache ich das. Niemand sieht mir dabei zu, niemand bewertet mich. Aber der Nachteil ist eben auch: Man ist allein mit seinen Gedanken. Manchmal liege ich einfach nur auf dem Sofa und starre die Decke an, während im Kopf die Fragen aus dem Workbook kreisen.
Eine Bekannte aus einem Online-Forum bereitet sich übrigens gerade auf eine Drogen-MPU vor und nutzt dafür den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs. Wir schreiben uns manchmal. Sie sagt, die Struktur ist sehr ähnlich wie bei meinem Alkohol-Masterplan, aber die Schwerpunkte liegen natürlich ganz anders – bei ihr geht es viel mehr um Konsummuster und Rückfallprävention bei Substanzen. Für mich wäre das nichts, ich brauche die ganz spezifischen Fragen zum Thema Alkohol, weil das meine Baustelle ist.
Wo ich heute stehe: Mein ehrliches Zwischenfazit
Ich bin jetzt in der 38. Woche ohne Führerschein. Wenn ich in mein Sonntagabend-Tagebuch schaue, sehe ich viele kleine Punkte für die schlechten Tage, aber auch immer mehr Wochen, in denen ich mich wirklich mit mir selbst auseinandergesetzt habe. Ich lerne gerade, wie ich meine MPU Fragen zum Alkoholkonsum ehrlich beantworten lerne, ohne auszuweichen.
Was ich am Masterplan schätze:
- Die Flexibilität: Ich kann lernen, wenn ich die Ruhe dazu habe, meistens eben sonntagabends auf dem Boden.
- Die Tiefe: Die Fragen im Workbook gehen weit über das hinaus, was man in irgendwelchen Foren liest.
- Das Gefühl, die Kontrolle zurückzugewinnen: Ich bin nicht mehr nur das Opfer eines Systems, sondern ich arbeite aktiv an meiner Zukunft.
Was schwierig bleibt: Die Einsamkeit des Selbststudiums. Es gibt Momente, da wünsche ich mir jemanden, der mir einfach sagt: "Ja, das hast du gut gemacht." Aber vielleicht ist genau das der Punkt der MPU – dass man lernt, sich selbst diese Bestätigung zu geben, weil man weiß, dass man ehrlich zu sich war. Wenn du auch gerade an diesem Punkt stehst: Schau dir den MPU Masterplan Alkohol ruhig mal an. Er ist kein Zaubermittel, aber er ist ein verdammt gutes Werkzeug, wenn man bereit ist, die Arbeit auch wirklich zu machen.
Der Tee ist jetzt endgültig eiskalt. Ich werde ihn wegschütten und mir einen neuen machen. Einen warmen. Und dann schlage ich das Workbook wieder auf. Es wartet noch ein Kapitel über Rückfallprävention auf mich. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir, aber zumindest habe ich jetzt eine Karte in der Hand.