
Die meisten glauben, bei der MPU-Vorbereitung Alkohol zähle vor allem, wie wenig man getrunken hat. Was wirklich zählt, ist etwas ganz anderes, nämlich wie ehrlich du erklären kannst, warum du getrunken hast. Genau das ist der Kern, wenn du deine persönlichen Trinkanlässe analysierst: keine hübsche Zahlenkolonne, sondern echte Selbstreflexion. Deshalb ist ein Trinktagebuch, das bloß Mengen protokolliert, für die geforderte Alkohol-Abstinenz und die spätere Begutachtung fast wertlos.
Vorweg, ganz offen: Dieser Text enthält Affiliate-Links — unter anderem zum MPU Masterplan, dem Workbook, mit dem ich selbst arbeite. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für dich wird nichts teurer. Und weil das hier ein Tagebuch ist und keine Beratung: Ich bin keine Verkehrspsychologin, keine Therapeutin und keine Anwältin, sondern eine 36-Jährige aus Neuhausen, die ihren Führerschein selbst verloren hat.
Der Denkfehler: die tadellose Liste, die keiner glaubt
Viele setzen sich hin und bauen eine saubere Aufstellung: Datum, Ort, Anzahl der Gläser — am besten so knapp wie möglich, damit am Ende wenig dasteht. Das fühlt sich nach Kontrolle an. Es ist trotzdem der Denkfehler Nummer eins. Eine Liste, in der die Mengen kleingerechnet sind, ist wie eine Einkaufsliste, die zwar jeden Posten kennt, aber nie verrät, warum der Kühlschrank überhaupt leer war.
Der äußere Anlass war bei mir eine Hochzeit im Spätsommer 2025. 1,4 Promille, Blaulicht, den Führerschein noch an der Straße abgegeben. Aber „es war eine schöne Feier" erklärt gar nichts. In meinem MPU Masterplan Alkohol gibt es ein Modul, das genau zwischen dem äußeren Anlass und dem inneren Grund trennt — und dieser Unterschied ist der ganze Punkt.

Was will der Gutachter statt einer Zahlenkolonne sehen?
Nicht die Menge steht im Zentrum, sondern das Muster. Der Gutachter fragt nicht „wie viel", er fragt „wofür". Er will erkennen, ob du die Funktion begriffen hast, die der Alkohol in deinem Alltag hatte.
Meine Blutalkoholkonzentration an jenem Abend war kein Ausrutscher, sondern das Ergebnis einer langen Gewöhnung. Wer diesen Wert erreicht und trotzdem glaubt, noch sicher fahren zu können, hat vor allem ein Problem mit der eigenen Wahrnehmung — und genau das muss aufgearbeitet werden, nicht die Zahl selbst.
Neben jeden Anlass gehört ein ehrliches Wofür
Eine ehrliche Trinkanamnese ist kein Beichtprotokoll und keine Statistik. Sie ist die schonungslose Bestandsaufnahme deines echten Trinkmusters, samt der Funktion, die jedes Glas erfüllt hat. Nicht „ich habe getrunken, weil alle getrunken haben". Das war lange meine Standardantwort, und es war eine Schutzbehauptung, damit ich nicht an das Schamgefühl herankomme, das darunter liegt.
Das Feierabendbier hielt ich früher für meine Belohnung. In Wahrheit war es der Schalter, um die Stille in der Wohnung auszuhalten, wenn im Büro zehn Stunden lang alles auf mich eingeprasselt war. Betäuben statt genießen — ein hässlicher Satz, aber ehrlicher als jede geschönte Menge.
Susanne, die ich aus einem MPU-Forum kenne und die in Augsburg lebt, macht mir das immer wieder vor. Sie benennt ihre eigenen Rückfälle völlig unverblümt, ohne sich dabei kleinzumachen, und genau diese Haltung sucht der Gutachter. Was sie „Trennungsvermögen" nennt, also Konsum vom Auslöser zu lösen, vertiefe ich hier nicht; darüber schreibe ich, wenn es darum geht, die MPU Fragen zum Alkoholkonsum ehrlich beantworten zu lernen.
Deshalb schreibe ich neben jeden Anlass nicht mehr die Menge, sondern das Wofür. Vor jedem Eintrag stelle ich mir eine einzige Frage: Was hätte gefehlt, wenn das Glas an diesem Abend nicht dagewesen wäre? Fällt mir keine ehrliche Antwort ein, habe ich den Anlass nicht analysiert — ich habe ihn nur notiert. Der Gutachter bei der Medizinisch-Psychologische Untersuchung merkt sofort, ob hinter einem Eintrag eine echte Antwort steht oder eine Ausrede.

Selbstreflexion beginnt, wo die Schutzbehauptung aufhört
Selbstreflexion klingt nach Wellness, ist aber eher unangenehme Arbeit. Sie fängt genau an der Stelle an, an der die bequeme Antwort steht — und du sie streichst. Der Abstinenznachweis ist das eine, die ehrliche Anamnese das andere; das eine belegt, dass du trocken bist, das andere, dass du verstanden hast, warum du es sein musst.
Die wirklich schlechten Tage markiere ich getrennt davon mit einem kleinen Punkt — was ich mit diesen Punkten mache, gehört in ein anderes Kapitel über Rückfallprävention. Hier geht es um die Anlässe selbst, nicht um die Krisentage.
An meinem Verkehrspsychologe München MPU Termin wird schnell sichtbar, wo ich mir noch etwas vormache — das psychologische Gespräch ist gnadenlos ehrlich, mehr dazu an anderer Stelle.
Dirk aus der alten Firma — der, der nie viel sagt — hat mir irgendwann wortlos ein paar leere Wochenraster ausgedruckt und mir zugeschoben. Kein Kommentar, keine Frage. Manchmal ist genau so eine stille, praktische Geste das, was einen weitermachen lässt.
Vom Häkchen-Kalender zum ehrlichen Trinktagebuch
Angefangen hatte ich mit einem Abstinenz-Kalender — hübsch, mit einem Häkchen für jeden trockenen Tag. Nach zwei Wochen habe ich ihn nicht mehr angefasst. Er hat Tage gezählt und sonst nichts; kein einziges Häkchen hat mir verraten, wofür ich früher zum Glas gegriffen habe. Genau daran ist er gescheitert.
Ein echtes Trinktagebuch sieht anders aus. Es hält nicht fest, dass ich nicht getrunken habe, sondern in welchen Momenten der alte Reflex noch anklopft und was ich stattdessen tue — ein Gang zum Rotkreuzplatz, wenn der Druck zu groß wird, statt die Flasche zu öffnen. Das ordne ich mir mit dem MPU Masterplan Alkohol, weil das Workbook mir eine Struktur gibt, wenn ich selbst keine finde.
Neulich, kurz vor sieben, bin ich wach geworden und konnte einfach fünf Minuten liegen bleiben — kein Ziehen im Magen, keine Ausrede, die schon vor dem Aufstehen bereitlag. Kein großer Moment, kein „jetzt habe ich alles verstanden". Nur ein bisschen weniger Fassade als sonst.

Steckst du selbst gerade in dieser Phase, dann fang nicht mit dem Kleinrechnen an, sondern mit dem Wofür. Dokumentiere dein Trinkverhalten ehrlich, bevor du an Kurse und Termine denkst. Und wenn du ein Gefühl für den zeitlichen Rahmen brauchst, schau dir an, wie lange die MPU Vorbereitung bei 1,4 Promille ungefähr dauert.
Für mich ist der Masterplan dabei der Halt, den ich gerade brauche, um nicht den Mut zu verlieren. Keine Ausreden mehr, keine geschönte Liste, nur die ehrliche Frage, wofür das Glas eigentlich da war.