Wieder am Steuer

Mein Strafbefehl nach der Trunkenheitsfahrt: Was nun in München passiert

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Es ist wieder Sonntagabend in Neuhausen. Der Tee in meiner Tasse ist längst kalt, die U7 draußen Richtung Westfriedhof rattert gedämpft in der Ferne und ich sitze hier auf dem Küchenboden. Vor mir liegt dieser gelbe Umschlag vom Amtsgericht München, der seit drei Tagen ungeöffnet auf der Anrichte lag.

Ich wusste, was drinsteht, und trotzdem hat es sich angefühlt, als würde ein tonnenschweres Gewicht in meinen Briefkasten krachen. Es ist der offizielle Strafbefehl. Das schriftliche Urteil für die Nacht im Spätsommer 2025, als ich nach dieser Hochzeit mit 1.4 Promille gestoppt wurde. Ein Moment, der alles verändert hat – und ein Papier, das jetzt schwarz auf weiß meine Fehler auflistet.

Bevor ich dir erzähle, wie sich mein Herzschlag beim Lesen beschleunigt hat: Ein kurzer Hinweis. Ich bin keine Anwältin, keine Verkehrspsychologin und keine MPU-Beraterin. Ich bin eine 36-jährige ehemalige Office Managerin, die gerade versucht, ihr Leben wieder auf die Kette zu bekommen. Wenn du rechtliche Fragen hast, geh bitte zu einem Fachanwalt für Verkehrsrecht. Und wenn du merkst, dass der Alkohol ein tieferes Problem ist, such dir Hilfe bei der Suchtberatung. In diesem Blog teile ich nur meine ganz persönlichen Erfahrungen und die Tools, die mir helfen. Wenn du über meine Links etwas kaufst (wie das Workbook, das ich gerade durcharbeite), bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle nur, was ich selbst nutze.

Der Schock in Gelb: Wenn das Amtsgericht München Ernst macht

Die Textur dieses gelben Umschlags ist seltsam rau. Ich habe ihn erst mal nur angestarrt, während das Summen meines Kühlschranks in der stillen Wohnung plötzlich unglaublich laut wirkte. Als ich ihn dann doch aufgerissen habe, war da dieser scharfe, kalte Druck in der Brust. Ein Gefühl, das ich mittlerweile jedes Mal habe, wenn der Postbote etwas Schweres durch den Schlitz wirft.

Früher habe ich eine ganze Etage in einer mittelständischen Firma gemanagt, hunderte Mails am Tag sortiert, Probleme gelöst, bevor sie entstanden sind. Und jetzt? Jetzt fühle ich mich von einem vierseitigen juristischen Dokument komplett erschlagen. Da stehen Dinge wie Tagessätze und Entziehung der Fahrerlaubnis. Es ist die formale Bestätigung, dass ich eine Straftat begangen habe.

Der Strafbefehl ist im Grunde ein Urteil ohne Verhandlung, wenn man keinen Einspruch einlegt. Für mich bedeutet das: Eine saftige Geldstrafe, berechnet nach meinem damaligen Gehalt als Office Managerin, und die Festsetzung der Sperrfrist. In München geht das alles seinen gewohnten Gang, aber für mich fühlt es sich an, als würde die Zeit stillstehen, während die Welt draußen einfach weitergeht.

Das Missverständnis mit den Kosten: Ein teurer Irrtum

Ich muss ehrlich zugeben: Ich war am Anfang so naiv. Ich dachte wirklich, mit der Zahlung der Geldstrafe an die Justizkasse wäre das Thema erledigt. Ich dachte, die Strafe deckt alles ab. Erst als ich wieder in mein MPU-Masterplan-Workbook geschaut habe, wurde mir klar: Weit gefehlt.

Die Geldstrafe ist nur der Anfang. Die Kosten für die MPU, die Gebühren bei der Führerscheinstelle in der Garmischer Straße, die Screenings für den Abstinenznachweis – das kommt alles noch oben drauf. Ich habe mich am Freitagabend dabei erwischt, wie ich die ungeöffnete Mail meiner ehemaligen Lieblings-Bar gelöscht habe, ohne sie zu lesen. Nicht nur, weil ich keinen Alkohol mehr trinke, sondern weil ich mir den Abend dort schlicht nicht mehr leisten könnte.

Ich habe im Workbook das Modul zur Kostenplanung aufgeschlagen und angefangen, die Zahlen nebeneinander zu legen. Es ist schmerzhaft, aber es hilft gegen diese diffuse Angst. Wenn man weiß, wie groß der Berg ist, kann man anfangen zu klettern. Ohne Plan wäre ich wahrscheinlich einfach auf dem Sofa liegen geblieben und hätte die Zimmerdecke angestarrt, bis es dunkel wird.

Sperrfrist und Abstinenz: Mein neuer Kalender

In meinem Strafbefehl steht eine Sperrfrist bis Sommer 2026. Das klingt erst mal ewig weit weg. Aber das Workbook hat mir eines klargemacht: Die Sperrfrist ist nicht der Tag, an dem ich meinen Schein wiederhabe. Es ist nur der Tag, ab dem die Behörde mir theoretisch einen neuen ausstellen *darf*. Dazwischen liegt die MPU.

Ich zähle jetzt meine abstinenten Wochen. Jeden Sonntagabend mache ich einen Punkt in mein Tagebuch. Wenn ein Tag besonders schlecht war – wie der letzte Mittwoch nach dem Termin bei der Verkehrspsychologin – bekommt der Punkt eine kleine Markierung. Ich lerne gerade, dass mein Abstinenznachweis (ich peile erst mal die 6 Monate ETG an) mein wichtigstes Ticket zurück ist.

Ein kleiner Moment des Scheiterns diese Woche: Ich war auf einer Geburtstagsfeier und habe mir ein Glas Sekt vor mich hingestellt. Ich habe es nicht angerührt, keinen Schluck. Ich wollte nur, dass niemand fragt „Warum trinkst du nichts?“. Im Nachhinein war das der dümmste Test überhaupt. Es hat mich innerlich so viel Kraft gekostet, dieses Glas einfach nur stehen zu lassen, während die anderen gelacht haben. Das war kein „Trennungsvermögen“, das war unnötiges Risiko. Das habe ich abends sofort in mein Notizbuch geschrieben – solche Experimente lasse ich in Zukunft.

Die Perspektive derer, die das Auto wirklich brauchen

Während ich hier in Neuhausen sitze, denke ich oft an ein Gespräch aus einem Forum zurück. Da war ein selbstständiger Außendienstmitarbeiter, der seinen Dienstwagen verloren hat. Für mich ist der Wegfall des Autos in München nervig – ich fahre jetzt eben U-Bahn oder Tram. Aber für ihn war es die existenzielle Vernichtung. Wenn das Auto dein Arbeitsmittel ist, fühlt sich so ein Strafbefehl wie ein Berufsverbot an.

Oft wird in Standard-Ratgebern so getan, als wäre der Verzicht auf das Auto nur eine Frage der Organisation. Aber wenn man im Außendienst arbeitet, ist das ein ganz anderes Kaliber. Da hilft kein „Fahr doch mit dem Radl zum Kunden am Chiemsee“. Diese Gruppe wird oft vergessen. Ich merke durch das Workbook, wie wichtig es ist, die eigene Situation ganz individuell zu analysieren. Meine charakterliche Eignung wird auch daran gemessen, wie ehrlich ich erkenne, was ich durch die Fahrt mit 1.4 Promille eigentlich alles aufs Spiel gesetzt habe.

Vielleicht hilft dir dieser Gedanke auch: Es geht nicht nur darum, eine Strafe abzusitzen. Es geht darum, zu verstehen, warum man in diesem Moment dachte, es wäre okay zu fahren. Ich empfehle dir, dich frühzeitig mit den MPU Begutachtungsleitlinien zu beschäftigen, damit du nicht erst kurz vor knapp merkst, was der Gutachter eigentlich von dir hören will. Und nein, Auswendiglernen reicht nicht – das merke ich bei jeder Aufgabe in meinem Masterplan.

Vom Chaos zur Struktur: Warum der Masterplan mein Anker ist

Nachdem ich den Strafbefehl nun dreimal gelesen habe, habe ich ihn in den Ordner „MPU Vorbereitung“ abgeheftet. Direkt hinter die erste Quittung meiner Verkehrspsychologin. Es ist seltsam, aber das Dokument zu haben, gibt mir eine Form von Sicherheit. Die Ungewissheit ist weg. Ich weiß jetzt, was das Gericht von mir will. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, was ich von mir selbst will.

An manchen Abenden, wenn der Tee kalt ist und ich einfach nur müde bin, hilft mir das MPU-Masterplan-Workbook dabei, nicht den Fokus zu verlieren. Es führt mich durch die Fragen, vor denen ich am meisten Angst habe. Warum habe ich getrunken? Warum bin ich gefahren? Was mache ich beim nächsten Mal anders?

Falls du jemanden kennst, der eher ein Problem mit Drogen als mit Alkohol hatte (zum Glück nicht meine Baustelle, aber eine Bekannte aus München nutzt das), gibt es auch den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs. Das Prinzip ist ähnlich – Struktur in das Chaos bringen, das nach so einer Kontrolle im Kopf entsteht.

Ich klappe mein Notizbuch für heute zu. Morgen früh geht es wieder mit der U7 zur Arbeit. Ohne Führerschein, aber mit einem Plan im Rucksack. Es ist ein langer Weg zurück, aber zumindest kenne ich jetzt die Route. Wenn du auch gerade an diesem Punkt stehst: Du bist nicht allein auf dem Küchenboden. Wir kriegen das hin, Schritt für Schritt, Woche für Woche.

Schau dir vielleicht auch mal an, wie ich meinen Alltag ohne Führerschein in München organisiere – es ist machbar, auch wenn es sich am Anfang wie das Ende der Welt anfühlt. Bis nächsten Sonntag!

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