Wieder am Steuer

Mein Strafbefehl nach der Trunkenheitsfahrt: Was nun in München passiert

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Der gelbe Umschlag reißt an der Seitennaht auf, noch bevor ich mir wirklich überlegt habe, ob ich das gerade lesen will. Strafbefehl vom Amtsgericht München, vier Seiten, die in nüchternen Sätzen festhalten, was diese eine Nacht mit 1.4 Promille für Konsequenzen hat. Und während ich die erste Seite überfliege, merke ich: Ich bin mit einer Vorstellung an dieses Papier herangegangen, die komplett falsch war.

Ich bin keine Anwältin und keine Verkehrspsychologin — nur eine Frau, die nach einer Hochzeit mit dem Auto gefahren ist, obwohl sie es nicht hätte tun sollen, und ihren Führerschein noch am selben Abend an der Straße abgeben musste. Bei rechtlichen Fragen gehört ein Fachanwalt für Verkehrsrecht dazu, nicht ein Tagebuch wie dieses. Was ich hier teile, sind meine eigenen Erfahrungen und die Tools, die mir dabei helfen.

Der Irrtum, dem hier fast jede und jeder aufsitzt

Fast jeder, mit dem ich seit meiner Alkoholfahrt gesprochen habe, geht von derselben Annahme aus: Strafbefehl akzeptieren, Geldstrafe zahlen, Sache erledigt — und irgendwann nach der Sperrfrist landet der Führerschein einfach wieder im Briefkasten. Genauso habe ich es mir am Anfang auch vorgestellt. Es klang logisch. Straftat, Strafe, fertig.

Nur stimmt das nicht. Der Strafbefehl regelt die strafrechtliche Seite — Tagessätze, die formale Entziehung der Fahrerlaubnis, die Sperrfrist. Was er nicht regelt, ist der Weg zurück ans Steuer. Der läuft komplett getrennt, über die Führerscheinstelle und über die MPU, und diese beiden Schienen berühren sich kaum.

Strafbefehl in München: Was der Zettel wirklich regelt

Die Textur des Umschlags war seltsam rau — das ist mir zuerst aufgefallen, noch bevor ich beim Text war. Darin stehen Tagessätze, berechnet nach meinem früheren Gehalt als Office Managerin, dazu die Sperrfrist und die Entziehung der Fahrerlaubnis. Das ist die strafrechtliche Quittung für den Abend.

Ich habe das erst richtig verstanden, als ich mit dem MPU-Masterplan-Workbook das Kapitel zur Kostenplanung aufgeschlagen habe: Die Geldstrafe ist nur der Anfang.

Was auf dem Papier nicht steht, sind die Gebühren bei der Führerscheinstelle und die Screenings für den Abstinenznachweis — das kommt alles oben drauf, ohne dass der Strafbefehl es auch nur erwähnt.

Zu den laufenden Nachweisen gehört bei mir inzwischen eine Übersicht möglicher Abstinenznachweis-Methoden, die mir gezeigt hat, welche überhaupt zu meinem Alltag passt.

Abstinenz allein reicht nicht

Der zweite Irrtum hängt eng mit dem ersten zusammen: dass Abstinenz allein schon reicht, um die MPU zu bestehen. Susanne aus dem Forum — sie kommentierte meinen allerersten Beitrag dort, zwei knappe Sätze, kein Mitleid, einfach nur Klartext — hat mir früh klargemacht, dass es dem Gutachter nicht um ein Geständnis geht, sondern darum, ob er bei dir echte Einsicht hört.

Beim psychologischen Gespräch fragt die Verkehrspsychologin auch nach dem sogenannten Trennungsvermögen, und meine charakterliche Eignung wird letztlich daran gemessen, wie ehrlich ich benenne, was ich an dem Abend eigentlich aufs Spiel gesetzt habe. Wer sich frühzeitig mit den MPU-Begutachtungsleitlinien beschäftigt, tut sich später leichter — und Auswendiglernen reicht dabei erwiesenermaßen nicht, das merke ich bei jeder Übung im Masterplan neu.

Ob am Ende kontrolliertes Trinken oder vollständige Abstinenz der richtigere Rahmen für einen selbst ist, wird in den Foren ausführlich diskutiert — pauschal beantworten lässt sich das nicht. Eine ehrliche Trinkanamnese, bei der man wirklich hinschaut, wann und warum man getrunken hat, kommt so oder so nicht drumherum.

Die Sperrfrist überstehen, ohne nur zu warten

Genau hier liegt der Denkfehler, der mich am meisten gekostet hat: Ich dachte, die Sperrfrist sei eine Wartezeit, die einfach abläuft. Ist sie nicht. Sie ist der Tag, ab dem die Behörde mir theoretisch wieder einen Führerschein ausstellen darf — vorausgesetzt, die MPU ist bis dahin positiv. Wer erst am letzten Tag der Sperrfrist anfängt, Nachweise zu sammeln, verliert Monate.

Dirk, ein ehemaliger Kollege, saß jahrelang zwei Schreibtische von mir entfernt und hat rein zufällig gemerkt, dass unsere Fahrgemeinschaft nicht mehr stattfindet. Er hat nicht nachgebohrt. Er weiß Bescheid, hält seitdem einfach den Mund und bringt es nie mehr von sich aus zur Sprache — das hilft mir mehr als jedes aufmunternde Gespräch.

Der Kalender, der nach nicht einmal zwei Wochen in der Schublade landete

Damit das hier nicht nach einer glatten Erfolgsgeschichte klingt: Ich habe vor einer Weile einen eigenen Abstinenz-Kalender angefangen, mit kleinen Kästchen zum Abhaken. Nach nicht einmal zwei Wochen lag er in der Schublade, weil mir das tägliche Abhaken mehr Druck gemacht hat, als es geholfen hat. Ich zähle inzwischen anders — sonntags, im Notizbuch, schlechte Tage bekommen dort ein eigenes kleines Zeichen, aber wie genau, ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal.

Vor ein paar Tagen bin ich am Elisabethmarkt an dem Stand mit den Sektgläsern vorbeigelaufen, ohne auch nur den Schritt zu verlangsamen. Das hat mich selbst überrascht — vor ein paar Monaten hätte ich vermutlich stehenbleiben und mir selbst erklären müssen, warum ich das nicht brauche. Jetzt war da einfach nichts.

Meine Akteneinsicht habe ich zwischenzeitlich ebenfalls beantragt, aus reiner Neugier. Der Strafbefehl darin las sich anders, als ich die Nacht selbst in Erinnerung hatte — kein schönes Gefühl an einem Sonntagabend, mit kaltem Tee neben mir auf den mintgrünen Fliesen, Fenster zu, und der Geruch von altem Papier aus dem aufgeschlagenen Notizbuch wirkt darin fast schwerer als sonst.

Zwei Dinge zählen mehr als die Geldstrafe

Wenn du gerade selbst so einen gelben Umschlag in der Hand hältst: Die Geldstrafe ist unangenehm, aber sie ist nicht der Teil, der über deinen Führerschein entscheidet. Entscheidend sind zwei Dinge — ein sauberer, durchgehender Abstinenznachweis und ein psychologisches Gespräch, in dem echte Einsicht zu hören ist, keine auswendig gelernte Antwort. Wer beides erst nach der Sperrfrist angeht, fängt zu spät an.

An Abenden, an denen der Tee längst kalt ist und mir die Kraft fehlt, hilft mir das MPU-Masterplan-Workbook trotzdem, am Ball zu bleiben — es führt mich einfach durch die Fragen, vor denen ich sonst weglaufen würde.

Falls du eher mit Drogen als mit Alkohol zu tun hast — bei mir zum Glück nicht der Fall, aber eine Bekannte aus dem Forum nutzt dafür den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs vom selben Anbieter wie mein Workbook, mit ähnlicher Struktur, nur anderem Schwerpunkt.

Wie sich mein Alltag ohne Führerschein in München inzwischen anfühlt, beschreibe ich an anderer Stelle ausführlicher. Für heute reicht mir die Erkenntnis, dass ein Strafbefehl der Anfang einer Liste ist, nicht das Ende der Geschichte.

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