
Es ist wieder einer dieser Sonntagabende in Neuhausen. Ich sitze auf dem Küchenboden, der Stein ist unter meiner Jeans ziemlich kühl, und neben mir steht eine Tasse Tee, die ich vor einer Stunde vergessen habe – jetzt ist sie eiskalt. Das Brummen meines Kühlschranks ist das einzige Geräusch in der Wohnung, abgesehen von dem kratzigen Geräusch meines Kugelschreibers auf dem Papier meines Workbooks. Ich starre auf das Kapitel 'Die medizinische Untersuchung' und merke, wie meine Hände leicht zittern.
Hinweis: In diesem Blog teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links – wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur das Workbook, das ich selbst auf meinem Küchenboden durcharbeite. Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, keine Anwältin und keine Therapeutin. Mein Tagebuch ersetzt keine Rechtsberatung durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht oder eine medizinische Beratung bei einer Suchtberatungsstelle. Wenn du unsicher bist, sprich bitte mit Profis.
Der Moment, in dem die Angst real wurde
Ich erinnere mich noch genau an den Tag im November 2025, als der offizielle Brief der Führerscheinstelle in meinem Briefkasten am Rotkreuzplatz lag. Als ich das Wort 'Leberwerte' las, lief mir ein plötzlicher, eiskalter Schauer über den Rücken. Es ist dieses Gefühl, als würde jemand direkt in mein Innerstes schauen wollen – in den Teil von mir, den ich nach dieser schrecklichen Hochzeitsnacht im Spätsommer am liebsten in eine Kiste gepackt und im Keller vergraben hätte.
Damals, mit 1,4 Promille am Straßenrand, dachte ich nur an den Führerschein. Jetzt, Monate später, merke ich: Die MPU ist kein einfacher Test, den man 'besteht'. Es ist eine Bestandsaufnahme meines gesamten Lebens. Und mein Körper lügt nicht. Er hat die 1,4 Promille gespeichert, er hat die Jahre davor gespeichert, in denen das Glas Wein nach Feierabend in der Agentur zur Normalität wurde. Die ärztliche Untersuchung (ÄU) ist eine der drei Säulen der MPU, und sie macht mir fast mehr Angst als das Gespräch mit dem Psychologen.

Warum 'Hacks' aus dem Internet gefährlicher Quatsch sind
Ich muss hier etwas gestehen, was mir wahnsinnig peinlich ist. Vor ein paar Wochen habe ich drei Stunden in einem dieser zwielichtigen Internetforen verbracht. Ich habe nach 'Hacks' gesucht, wie man Leberwerte kurzfristig fälschen oder verbessern kann. Ich habe von Artischockenkapseln gelesen und von irgendwelchen Tees, die angeblich Wunder wirken.
Es war mein absoluter Tiefpunkt in dieser Woche. Ich saß da, eine ehemalige Office Managerin, die eigentlich gewohnt ist, Probleme strukturiert zu lösen, und suchte nach einer Abkürzung für eine Verantwortung, der ich mich nicht stellen wollte. Am Ende wurde mir klar: Es gibt keine Abkürzung. Der Arzt bei der MPU schaut sich nicht nur einen Wert an. Er schaut auf das Gesamtbild. Er prüft die charakterliche Eignung auch durch die körperliche Verfassung.
In Deutschland liegt die Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,1 Promille. Ich war mit 1,4 deutlich drüber. Das bedeutet für den Arzt: Hier liegt wahrscheinlich kein einmaliger Ausrutscher vor, sondern eine gewisse Giftfestigkeit. Mein Körper hat gelernt, mit Alkohol zu funktionieren. Und genau das wird untersucht. Da helfen auch keine Artischockenkapseln.
Was bei der ärztlichen Untersuchung wirklich passiert
Ich habe viel darüber in meinem MPU Masterplan Alkohol gelesen. Die Untersuchung ist eigentlich wie ein sehr gründlicher Check-up beim Hausarzt, nur mit einem anderen Fokus. Es geht um drei Hauptbereiche: die Anamnese (das Gespräch über Krankheiten), die körperliche Untersuchung und die Laborwerte.
- Die Blutentnahme: Hier werden meistens die drei klassischen Leberwert-Indikatoren gecheckt: GGT, GOT und GPT. Diese Werte verraten viel darüber, ob die Leber in der letzten Zeit Stress hatte.
- Der ETG-Wert: Das ist der Endgegner. Ethylglucuronid ist ein Abbauprodukt von Alkohol, das man viel länger nachweisen kann als den Alkohol selbst. Wer behauptet, abstinent zu sein, aber am Wochenende doch ein Glas getrunken hat, fliegt hier auf.
- Neurologische Tests: Der Arzt prüft die Reflexe und das Gleichgewicht. Ein Klassiker ist der Romberg-Test.
Ich habe das neulich mal in meinem Flur in Neuhausen geübt. Ich stand da, Augen zu, Füße zusammen, Arme nach vorne. Ich dachte nur: 'Früher habe ich ein ganzes Büro mit 40 Leuten geleitet, und jetzt stehe ich hier wackelig im Flur und versuche, nicht umzukippen.' Es ist demütigend, aber auch heilsam. Es zeigt mir, wie sehr ich die Kontrolle über mein Gleichgewicht – im wahrsten Sinne des Wortes – verloren hatte.
Die Falle für Schichtarbeiter: Wenn der Körper rebelliert
Ein Gedanke, der mir neulich kam, als ich mit einer Bekannten sprach, die im Schichtdienst arbeitet: Für Menschen mit unregelmäßigem Lebensstil ist die ärztliche Untersuchung oft noch stressiger. Wenn man nachts arbeitet und tagsüber schläft, ist der gesamte Stoffwechsel durcheinander. Das kann sich auf die Leberwerte auswirken, auch ohne Alkohol.
Die Standard-Tipps von wegen 'regelmäßig schlafen und gesund essen' klingen für jemanden, der um 4 Uhr morgens nach Hause kommt, wie ein schlechter Witz. Wenn du im Schichtdienst arbeitest, musst du das beim Arzt unbedingt ansprechen. Die unregelmäßige Belastung beeinflusst die psychische Stabilität und die körperlichen Marker massiv. Der Arzt muss wissen, dass ein erhöhter Wert vielleicht vom Stress und dem Schlafmangel kommt und nicht von einem Rückfall. Aber dafür braucht man eben ein lückenloses Tagebuch oder eben den Abstinenznachweis für die MPU, der über einen längeren Zeitraum (bei mir sind es 12 Monate) zeigt, dass man wirklich clean ist.

Das Trennungsvermögen und die Wahrheit auf dem Papier
Was ich diese Woche im Masterplan-Modul zum Thema 'Trennungsvermögen' gelernt habe: Es geht nicht nur darum, nicht zu trinken, wenn man fährt. Es geht darum zu verstehen, warum man überhaupt getrunken hat. Die ärztliche Untersuchung ist die Bestätigung dafür, dass die Theorie aus dem Lehrgespräch auch im Körper angekommen ist.
Ich habe am Freitag bei einer Geburtstagsfeier im Büro ein Glas Sekt vor mich hingestellt. Ich habe es nicht angerührt. Ich wollte nur, dass niemand fragt. Aber als ich dort stand, merkte ich, wie dumm dieser Test war. Ich wollte beweisen, dass ich stark bin, aber eigentlich habe ich mich nur unnötig in Gefahr gebracht. In meinem Notizbuch habe ich diesen Tag mit einem kleinen, dunklen Punkt markiert. Es war kein Rückfall, aber es war ein Fehler im Denken.
Die ärztliche Untersuchung wird genau das abfragen: Wie gehe ich mit solchen Situationen um? Wenn meine Leberwerte stabil sind, ist das die Basis. Aber die wahre Arbeit passiert im Kopf. Eine Bekannte aus einem Forum nutzt übrigens den FLEX3 Online Kurs für Drogen, weil sie ein anderes Problem hatte – die Logik dahinter ist die gleiche: Absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist der einzige Weg durch die MPU.
Sonntagabend-Fazit: Die Decke im Blick
Jetzt liege ich doch wieder auf dem Sofa und starre die Zimmerdecke an. In München wird es langsam Nacht, und draußen höre ich die U7 Richtung Westfriedhof vorbeirauschen. Ich kann die Nacht im Spätsommer 2025 nicht ungeschehen machen. Ich kann die 1,4 Promille nicht aus meiner Akte löschen.
Aber ich kann kontrollieren, was ich heute tue. Ich kann meinen Tee austrinken (auch wenn er kalt ist), mein Workbook für heute zuklappen und morgen früh gesund in den Tag starten. Die ärztliche Untersuchung ist kein Monster, das mich fressen will. Sie ist eine Chance zu zeigen: Schau her, mein Körper erholt sich. Ich übernehme wieder die Verantwortung.
Wenn du auch gerade an diesem Punkt stehst und dich vor den Werten fürchtest: Fang an, dein eigenes Tagebuch zu führen. Markiere die schlechten Tage. Sei ehrlich zu dir selbst. Wenn du eine Struktur brauchst, schau dir den MPU Masterplan an – mir hilft er, die Panik in kleine, machbare Aufgaben zu zerlegen. Wir schaffen das, Schritt für Schritt, von Sonntag zu Sonntag.